Kulturwelten von Naemi Reymann
2019 / 18  /17 /16  /15  /14  /13  /12  /11  /10  /09  /08

Highlights Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 /Werke H.R.REY /!Sing Day of Song /GrenzGebietRuhr /Schachtzeichen /Ruhrpost 2010 /Haldenkunst mit Sonnenuhren /Seitenweise Buchkunst /Glaskasten Marl /RUHR.2010 Auftakt

Highlights im Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010

  Auftakt Kulturhauptstadtjahr Zollverein Essen
9./10.01.: Kalt und schneereich ist das RUHR-2010-Eröffnungswochenende: Präsentationen, Konzerte (u.a. Tim-Isfort-Orchester mit Christian Brückner) und Eröffnung: Das Ruhrmuseum zieht in die Räume der umgebauten Kohlenwäsche. Frühere Ausstellungen wie Design-»Entry«, »Die Natur als Künstlerin« u.a. zeigten bereits das Potential der Räume. Ein Wiedersehen mit Wasser-Weckglas, Eisenmeteorit und viele neue Aus- und Einblicke ins Revier.

  DASA Szenografiekolloquium Dortmund
27.-29.01.: Das zehnte Szenografie-Kolloquium trug das Thema »Raum und Wahrnehmung«. Anregend fand ich den Workshop mit Otto Jolias Steiner (Steiner Saarnen Schweiz) und den Vortrag der Museologin Claudia Glass Basel, zum Aufregen das Expertenstreitgespräch mit Prof. Uwe Brückner, Prof. Dr. Michael Fehr, Prof. Dr. Hans Ottomeyer und Dr. Anette Rein über die Zukunft der Ausstellungsgestaltung. Wann ist der Hype Szenospekatel vorbei?

  Folkwangmuseum Eröffnung Neubau und »Das schönste Museum der Welt«
29.1./15.6.: David Chipperfields Neubau ist angenehm dezent. Die Werke der ersten Sonderausstellung hängen wahrscheinlich nie wieder zusammen. MoMa-Gründer Paul J. Sachs bezeichnet es als Das schönste Museum der Welt.

  Ausstellung »Kohl und Kappes« Ludwiggalerie Schloß Oberhausen
20.2. Eine Ausstellung über die Gartenkunst an Emscher und Ruhr > hier

  Ausstellung »Starke Orte« Phoenix Dortmund
11.4.: Drei Starke Orte habe ich besucht (Turbinenhalle Bochum, Luftschutzbunker Herne und Dortmund: Die Kunst in der Phoenixhalle gefällt mir am besten! > hier

  Eröffnung Museum Kubus Weitmar Bochum
9.5.: Der neue Glaskubus in der Ruine von Haus Weitmar wurde wunderbar. Nach wie vor interessant nebenan die »Situation Kunst« der Galerie M. Nicht so grün wie Museumsinsel Hombroich, dennoch ein Kleinod in und für Bochum!

  Kunstmuseum Bochum Korea-Ausstellung »A Different Similarity«
20.5. Ich habe die Einladungskarte zur Ausstellung über aktuelle Kunst aus Korea gestaltet, sowie Flyer Jahresprogramm und Museumsangebote 2010.

  »Schachtzeichen« im Ruhrgebiet
23.-28.05 Gelbe Ballons markieren alte Zechen, meine Highlights > hier

  »GrenzgebietRuhr« Ausstellungen in Bochum
bis 31.10. Den gemeinsamen Flyer des RUHR.2010 Projekts habe ich gestaltet, für das Projekt »tongues« von Hlynur Halsson zudem Flyer und Plakate. > hier

  »Ruhrstill-Leben« auf der A40
18.7.: 60 Autobahnkilometer von Dortmund bis Duisburg. Mein Etapenziel: Die gekärcherte Wand von Klaus Dauven in Bochum (GrenzGebietRuhr-Projekt) und radelte zurück von Bochum Hamme bis Essen.

  »!Sing – Day of Song« Abschlusskonzert Arena auf Schalke Gelsenkirchen
5.6.: In der vollen Arena auf Schalke – singen am !Sing – Day of Song mehr als 60.000 Stimmen zusammen mit Bobby Mc Ferrin, Vesselina Kassarova, Scala und den Wise Guys. Ich singe im Spielfeld mit Gospel Family und anderen Chören, unterstützt durch Bochumer Symphoniker und Steven Sloane. Whow!

  Gasometer Oberhausen »Sternstunden des Sonnensystems« mit Konzert
6.6.:Unter dem größten Mond auf Erden Sing!-Abschluß mit »Spem in alium«.

  »Extraschicht« – Die Lange Nacht im Ruhrgebiet
19.6.:Beeindruckend bei der Extraschicht 2011: Bochumer Verein mit Stahlhammer und Zeche Nordsternpark mit Hochseilartistik, Feuerspektakel Carabosse und Mecanique Vivante am Kanal.

  RUHRPOST.2010-Ausstellung Zeche Zollern II/IV Dortmund
13.5.: Bis zum 8.8.2010 wird die RUHR.2010-Postkarten-Guerilla-Aktion der Dortmunder Regionalgruppe der AGD (Allianz deutscher Designer) in der Jugendstilzeche Zollern II/IV ausgestellt. Karten in der Online-Galerie > hier

  Bau und Ausstellung »Blaues Gold in der Warewelt« im t.a.i.b. Bochum
28.6./15.7.: Ich baue mit beim t.a.i.b. und präsentiere mitten in der Local-Heroes Woche meine Ausstellung »Blaues Gold«. > hier

  Werkbundtag Oberhausen mit Besichtigung des Baus von Peter Behrens
12.6.: Der Deutsche Werkbund tagt im Rheinischen Industriemuseum zum Thema Die Erfindung der Zukunft, wir besichtigen dazu auch Peter Behrens Hauptlagerhaus der Gutehoffnungshütte Oberhausen.

  Folkwangmuseum-Kunstaktion »Hacking the City« mit Richard Reynolds
20.8.: Nach dem Gärtnern im März 2010 ist Richard Reynolds wieder da und im Rahmen der Kunstaktion »Hacking the City« begrünen wir Essens Süden.

  Ruhrtriennale: »Paradise« von Theatre Rites Mischanlage Kokerei Zollverein
12.9.: Das Theater von Sue Buckmaster (»Salt«) verzaubert Kleine wie Große.

  Abschlußkonzert von »Just Gospel« in der Stiftskirche Herdecke
Die Christmas Celebration-Tour von Just Gospel geht mit dem Konzert in der Stiftskirche Herdecke zu Ende. Der 40köpfiger Chor mit guten Stimmen heizt ein und Musical Director Toney Rhodes entdeckt die besondere Akustik der dreischiffigen romanischen Pfeilerbasilika. Black Gsopel rocks Old Europe!

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10. Oktober 2010
Malerei, Enkaustik und Lichtobjekte von H.R.REY
Sehenswert sind die Arbeiten der Bochumer Künstlerin immer.

Im Herbst 2010 habe ich ihren Werkbericht über zehn Jahre Kunst im Raum zu einem Künstlerbuch gestaltet, produziert in kleiner Auflage auf FSC-zertifiziertem Papier. Mehr über Starke Orte, Metamorphosen, Herzschläge, Liebe an Unorten, Südafrika, Clair-Obscur u.a. auf www.h-r-rey.de.

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Sing Day of Song Naemi Reymann

19. Juni 2010
!Sing – Day of Song - in der Arena auf Schalke
Mehr als 60.000 Stimmen singen – Konzertmusik statt Fußballlieder

Am 5. Juni war der !Sing – Day of Song an vielen Orten im Ruhrgebiet. Und es klingt mir immer noch nach, auch da ich mit in einem der Spielfeldchöre in der Arena auf Schalke gesungen habe.. :-)

Es war ein tolles Erlebnis, gut organisiert (leckeres Catering, Toiletten ohne lange Schlangen, Wasser auch in der Arena, der geglückten Organisation der Menschenmengen (kein Gedrängel), Stimmung auch ohne, daß jemand Alkohol trinken musste (fand ich sehr angenehem), die Proben – alles prima (bis auf die mühsame einstündige Abfahrt nach dem Konzert, obwohl viele Fahrgemeinschaften existierten).

Bereits die Hauptprobe (am 4. Juni) sowie die Generalprobe (zusammen mit den Bochumer Symphonikern (BoSys), Bobby Mc Ferrin und Vesselina Kassarova) waren ein Ereignis. Allein Bobby McFerrins Improvisationen waren ein Erlebnis für sich. Man hörte deutlich, wie stark sich der Klang in der Arena entwickelte (und das rhythmisches Mitklatschen nicht an jedem Ort gut funktioniert – im Gasometer Oberhausen, wo am Sonntagabend darauf das Abschlusskonzert der !Sing-Reihe stattfand (»Spem in Alium«) – hätte Klatschen ebenfalls nicht funktioniert. Steven Sloane stand die Freude über das lange geplante Konzertereignis sichtlich ins Gesicht geschrieben.

Gesanglich waren die Noten recht anspruchsvoll – und bei allem Spaß wurde mit entsprechender Ernsthaftigkeit geprobt. Alle wurden immer neugieriger, wie stark die Chöre beim Konzert klingen, wenn zu den mehr als 8.000 Spielfeldchören auch etwa 50.000 Zuschauer mitsingen... Es war sehr beeindruckend und anders als z.B. bei Kirchentagen, bei Stadiongesängen oder mitsingendem Publikum bei Musikkonzerten. Das lag auch an der Musikauswahl, die sich zwischen Klassik, Volksliedern (Steigerlied) und Pop bewegte.

Regisseur Jonathan Eaton übernahm manchmal die Rolle des strengen Regisseurs, Steven Sloane die des »Good Guy« – auch das Zusammenspiel und die Moderationen von Catherine Vogel waren nett. Der WDR strahlte seine Aufzeichnung am 6. Juni abends aus. Und ein ganz eigener Klassiker hat sich auf der Veranstaltung entwickelt (nicht das Auftragslied von Grönemeyer, auch kein Lena-Lied: Im Tunnelgang zur Catering-Zeltstadt wurde »Hejo, spann' den Wagen an« gesungen – im Kanon. Aus meiner Sicht könnte der Day of Song jedes Jahr stattfinden :-))

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5. Juni 2010
GrenzGebietRuhr – »grenzenlos« von Dirk Schlichting
Wie sähe es wohl aus, wenn alle Schlagbäume einer bestimmten Region zusammen an einen Ort gebündelt werden?

Mit dieser und weiteren Fragestellungen zum Thema Grenzerfahrung hat sich der Künstler Dirk Schlichting beschäftigt. Am letzten Freitag abend (28. Mai) gab es die Eröffnung des ersten Bochumer Beitrags des RUHR.2010-Projekts »GrenzGebietRuhr«:
Das Projekt beschäftigt sich mit den Grenzen, die das Ruhrgebiet durchziehen, es sind viele, beispielsweise die der 53 Stadtgrenzen in 3 Regierungsbezirken und 2 Landschaftsverbänden. Mit Kunst werden diese Grenzen überschritten, 12 Kunstvereine und 2 Künstlerhäuser beteiligen sich im Ruhrgebiet.

Die Beiträge der drei Bochumer Kunstvereine (galerie januar, Kunstverein Bochum und Kunstverein Bochumer Kulturrat) beschäftigen sich mit dem »Gahlenschen Kohlenweg«: Die historische Transporttrasse verlief einst von Bochum über Herne, durch Gelsenkirchen bis nach Gahlen (zum Lippehafen bei Dorsten), bereits im 18. Jahrhundert wurde dahin Kohle transportiert. Die Bochumer Projekte bringen diese längst vergessene Trasse wieder in Erinnerung.

grenzenlos
Der Künstler Dirk Schlichting suchte sich für »grenzenlos« (für die galerie januar) ein Stellwerk aus und füllte es mit 50 rot-weiß gestreiften Schlagbäume, etwa 4 bis 6 Meter lang. So viele stoppten damals auf dem Kohlenweg die Transporte durch fällige Zollabgaben. Die Kunststoffrohre stecken mitten im unverglasten »Aussichtsraum« des Turms, der ansonsten leer steht und keine Funktion mehr besitzt. Sie wirken als rot-weiß gestreifte Schlagbäume tagsüber über wie Mikadostäbe und ab Beginn der Dämmerung fangen sie an zu leuchten, von innen mit LED-Licht versehen.

Zur Eröffnung war es besonders schön, da der Zeitpunkt so gewählt war, daß die Vernissagenbesucher während der Begrüßungsreden (Bürgermeisterin und Galerie) erlebten, wie der Wechsel zum Licht stattfand. In nächster Nachbarschaft leuchtete zudem an dem Abend eines der Schachtzeichen beim »Freitags-Vorglühen«. Wendet man den Blick auf dem Rückweg zur Jahrhunderthalle, so leuchtet es grün am Wasserturm (mit dem Ruhrtriennale-»R«) und blau hinter der Turbinenhalle. Überall Lichtfarben, begeleitet vom beginnenden Froschgequake...

Im Westpark
Das Bahnwärterhaus selbst liegt versteckt: In der hintersten Ecke des Westparks, nördlich von der Jahrhunderthalle und wird ebenfalls begrenzt von Bahnlinie und Zäunen, nebenan sind die Geräusche von Industrie immer wieder gut zu hören und selbst die Erde bebt...
Zunächst war das Wärterhaus Nr. 5, direkt an der Auffahrtsrampe zur Jahrhunderthalle vorgesehen, dann fiel die Entscheidung auf die versteckt liegende Nr. 3. Die Installation wird bis Ende des Jahres zu sehen sein und abendlich leuchten. Ich hoffe sehr, daß sie – auch aufgrund der versteckten Lage – nicht ramponiert oder zerstört wird, wie es so oft mit (Licht)Kunst im freien Raum geschieht. Auf jeden Fall bietet »grenzenlos« tagsüber wie abends einen ungewohnt interessanten Anblick!

Weitere Projekte von GrenzGebietRuhr
Die nächste Eröffnung in dieser Reihe findet am Sonntag, 6. Juni auf den Ruhrwiesen zwischen Haus Kemnade und Kemnader See statt. Der Künstler Martin Brüger schickt die Besucher in seine Installation »Come In« – und bringt sie mitten auf der grünen Wiese in die Stadtgrenzen von Bochum, Hattingen und Witten. Im Oktober 2010 erscheint zu dem gesamten Projekt ein gleichnamiger Katalog. > GrenzGebietRuhr

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Schachtzeichen Naemi Reymann

22. Mai 2010
Schachtzeichen
Die Sonnen von RUHR.2010: Hell leuchtend und überall, die »Schachtzeichen«

Schachtzeichen – Zechenzeichen
Die Schachtzeichen finden vom 22. Mai bis zum 30. Mai 2010 an maximal 400 Standorten (ehemaligen Zechenanlagen) statt.
Idee ist es, den alten Zechenstandorten im Ruhrgebiet ein Zeichen zu setzen, gesponsert vom Edelgasspezialsten Air Liquide. Aus der Menge von fast 1.000 Bergwerken wurde ausgewählt: A) Der Schacht sollte 1910 (= vor 100 Jahren) oder danach in Betrieb gegangen sein. B) Nur senkrechte Tiefschächte C) Keine Kleinzechen aus der Umgebungoder Nachkriegszeit D) Keine solitären Wetterschächte.

Man erhofft sich mit dieser einer der sehr auffallenden Aktionen »Bilder, die um die Welt gehen«: Neben den Ruhratollen, die sich auf dem Baldeneysee Essen mit Fragen zur Energie beschäftigen und dem Still-Leben Ruhrschnellweg, der stillstehenden A40 mit den Tischen so auch die Landschaft mit gelben Ballons. Ich bin mir sicher, dass es einige geben wird. Zumal es nur Bilder bleiben werden, denn diese Aktionen haben nur eine bestimmte Zeit.

Meinen ersten Ballon sah ich bereits am 9./10. Januar 2010 auf dem Zollverein-Gelände am eisigkalten Eröffnungssamstag. Der Ballon des gelben Schachtzeichens war bereits zur Projektvorstellung nahe dem Zechenturm von PACT, dem choreographischen Zentrum aufgebaut bzw. in den Himmel gelassen. Nicht so hoch, wie er ab dem 22. Mai hängen wird (Auflasshöhe bis zu 80 Meter), der Heliumballon selbst hat einen Durchmesse von 3,7 Metern, befestigt wird er an einer Winde auf einem kleinen PKW-Anhänger.

Kleiner Zwischenstand, da ich bereits jetzt die Gelegenheit genutzt habe, nach den gelben Ballons zu schauen, hier ein paar erste Tipps:

Tippelsberg
Die höchste Erhebung Bochums im Norden der Stadt bietet einen schönen Überblick auf zahlreiche Ballone in der Nähe, dabei ist das Plateau nicht so breit und man ist näher dran. Bei guter Sicht (so wie es am Samstag der Fall war) kann man bis zum Gasometer Oberhausen schauen. Den Ballon bei der Jahrhunderthalle kann man gut erkennen.

Hiltroper Alpen
in nächster Nähe: Nicht sehr alpin, aber nett gelegen: Ein Hügel, mit kleinen neugepflanzten Platanenund grellen Rapsfeld in der Nähe hübsch anzusehen. Daneben liegt ein Supermarkt, so kann man Kunst mit Kommerz verbinden :-) Der »Schachtzeichen-Guide« neben dem Ballon, dazu auf einer Leine Infofolien, die mehr über den Standort verraten (hier sind Schächte von Lothringen). Jeder Ballon wird »gehütet«, denn bei aufkommenden Wetterverhältnissen muß der Ballon niedriger gesetzt oder eingeholt werden. Nachts gibt es Wachdienste und ab morgens 10 Uhr stehen sie am Himmel. Ich lasse mir einen Teil der Technik erklären in Bezug auf optimale Heliumgasbefüllung, Seilwinde etc.

Schurenbach-Halde.
Entäusschend (in Bezug auf »gelbe Ballons gucken«) ist die Schurenbach-Halde. Serras Stahlbramme ist toll, die Rundumsicht auch. Aber das weite Plateau ist so groß, daß die Landschaft »drumherum« und damit die Ballone zu weit weg scheinen (selbst mit Fernglas). Zudem sind die Bäume am Rand so hoch gewachsen und nicht zurückgeschnitten, daß sie viel verdecken.

Zeche Bonifatius
in Essen erfreut mit seinem Turm auch durch den kleinen Biergarten im Hof.

Halde Rungenberg
in Gelsenkirchen liegt direkt an der A42, eine von einem Tal durchschnittene Pyramide, die durch zwei nächtliche Strahler wieder eine komplette Pyramide zeigen. Leider ist ein Strahler defekt, der Ausblick dort ist dennoch toll, Ballone, Chemieparke und hinter den grünen Nachbarhügeln der schwarzen Halde geht mit Glück in rotes Licht getaucht die Sonne unter. Wer keine Lust auf den Weg an den Rampen hat kann auf direktem Wege fast alpin hochklettern.

Zeche Zollverein
Auch sonst von den Möglichkeiten einer der Hauptpunkte: Zeche Zollverein in Essen. Dort sind mehrere Ballone zu sehen: Bei Triple Z zwei Ballons (neben der Phänomenta), klein und eher versteckt gelegen. Dann auf großem Gelände bei PACT (choreografisches Zentrum) hinter dem Turm (das ist der Turm auf dem Foto), vor dem markanten Doppelbock im Hof davor und links neben der Rolltreppe zur Kohlenwäsche. Interessant der hochgelegene Weg auf der Brücke zwischen PACT und dem Gebäudekomplex Richtung Kohlenwäsche. Auf der Kohlenwäsche oben auf dem Aussichtsturm ist die Sicht bestimmt auch sehr gut (dafür muß allerdings Museumseintritt bezahlt werden), die meisten Halden und Orte zum Gucken sind kostenfrei betretbar.

An den Abenden am 24. und 29. Mai werden die Ballons von 22 bis 1 Uhr auch auch beleuchtet sein. Wahrscheinlich werde ich diesen besonderen Ausblick zusammen mit ein paar Freunden mit einem Picknick von einer der Halden aus genießen... Hoffentlich hält sich das sonnige Wochenende. Glück Auf!

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13. Mai 2010
RUHRPOST 2010 – Grüße an die Kulturhauptstadt
Ausstellungsbeteiligung mit dem AGD auf der Zeche Zollern II/IV Dortmund

Die Regionalgruppe Ruhrgebiet der AGD (Allianz deutscher Designer) wollte wissen, was die Menschen mit dem Ruhrgebiet verbinden und wagte mit RUHRPOST.2010 ein ungewöhnliches Experiment: Die Bitte an Kreative aus aller Welt, eine Postkarte zu gestalten und diese per Post in die fiktive Stadt RUHR zu schicken. Dazu wurden im ganzen Ruhrgebiet »Poststationen« eingerichtet (ausgewählte AGD-Designer), die die Karten scannten und sortierten. Der größte Teil der Karteneingänge bis Ende April wird nun in einer Ausstellung gezeigt – in einer der schönsten Jugendstilzechen des Ruhrgebiets.
Meine Schachtzeichen-Karte ist auch dabei, weitere meiner Karten sind hier.

RUHRPOST 2010 – Grüße an die Kulturhauptstadt
Eröffnung: 13.5.2010, 11.00 Uhr Dauer der Ausstellung: 13.05. - 08.08.2010
Zeche Zollern GALERIE INDUSTRIEARBEIT
im LWL-Industriemuseum Westf. Landesmuseum für Industriekultur
Grubenweg 5 44388 Dortmund > http://www.ruhrpost2010.de


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4. Mai 2010
Haldenkunst – Sonnenuhren
Thema Sonnenuhren: Auf zu einem Ausflug zu einer der größten Sonnenuhren Deutschlands.

Klassische Sonnenuhr
Eine riesige Sonnenuhr des klassischen Typs der Horizontalsonnenuhr findet man auf der Kuppe der Halde Schwerin in Castrop Rauxel im östlichen Ruhrgebiet.
Mit zehn Metern über dem Meeresgrund handelt es sich um eine relativ niedrige Halde. Die 12 Uhr-Marke ist bei den kreisförmig angeordneten Metallstäben durch den höchsten Stab gut erkennbar. Leider gab es ein paar Konstruktionsfehler, es gibt Sonnenuhren, die minutengenau anzeigen können, diese kann es leider nicht, sie zeigt nicht die erwartete Uhrzeit an, sondern eher eine eigene. Dennoch ist sie eine nette Landmarke, eher unbekannt mit einer anderen Besonderheit: Obwohl sie nur zehn Meter hoch ist und damit realtiv niedrig, kann man von hier aus bis nach Irland schauen:
In der Nähe erkennt man den markanten Hammerkopfturm der Zeche Erin sowie den Florianturm im Dortmunder Westfalenpark. In Sichtweite zwei große Bögen auf einer benachbarten Landmarke, sie gehören zur Halde Hoheward.

Sonnenuhr und Horizontalobservatorium
Diese Bergehalde befindet sich bei Herten an der Stadtgrenze zu Recklinghausen. Sie ist ca. 160 ha groß und ein zentraler Bestandteil des Emscher Landschaftsparks. Die Halde Hohewar bietet seit einigen Jahren eine besondere Attraktion im Bereich der Landmarken, die in den letzten Jahren entstanden sind: Einen astronomischen Park mit einem Plejadenkonzept. Als Besonderheit steht seit Oktober 2008 auf dem obersten Plateau das Horizontalobservatorium, ein Freilichtplanetarium, überspannt von zwei (gestützten) Meridianbögen. Der eine Stahlbogen teilt den Himmel in eine westliche und östliche Hälfte, der andere markiert den Lauf der Sonne am Tag der Wintersonnenwende. Manche nennen das Objekt mit seinenm Durchmesser von 95 Metern auch »Stonehenge der Neuzeit«.

Auf der kleineren Erhebung davor steht bereits seit Mai 2005 als Einstieg ein 9 Meter hoher Obelisk als Sonnenstandsanzeiger, Vorbild für diesen Obelisken ist die Sonnenuhr des Kaiser Augustus auf dem Marsfeld in Rom. Auf dem Plateau selbst sind Stunden und Datumslinie eingetragen (Sternzeichen) und es entsteht so eine Horizontalsonnenuhr. Die Halde selbst ist ca. 150 Meter ü.N.N. und aus der Umgebung gut zu sehen, umgekehrt bietet sie einen schönen Rundumblick auf die Landschaft (besonders, wenn vom 22. Bis 30. Mai die gelben Ballons der Schachtzeichen wie Sonnen am Himmel stehen, auch abends ein besonders spannender Anblick). Die Schachtzeichen werden einen Teil der Schachtanlagen des Ruhrgebiets markieren.

Mountainbiken und Berghonig
Neben Mountainbikern, die auf 3,5 Kilometern und 130 Höhenmetern voll auf ihre Kosten kommen (es soll für sie ein besonderes Zentrum entstehen) ist die Halde auch für Wanderer und Naturliebhaber gut geeignet. Auf insgesamt 20 Kilometer Wegen wachsen dort auch viele Pflanzenarten, darunter viele geschützte, auch aus Alpenregionen auf dem dunklen Grund, der dadurch wärmer ist als andere. Die Blumenvielfalt bietet den tierischen Arbeiterinnen, die für die 2010 Königinnen für das Ruhrgebiet Nektar sammeln, eine willkommene Abwechslung bei der Blütensuche...

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23. April 2010
Seitenweise Kunst – eine Spurenlese
Sie sind nicht nur für diesen einen Zweck da...

Am 23. April ist wieder der Welttag des Buches, den die Unesco seit 1995 als weltweiten Feiertag für das Lesen erklärt hat. Ramona hat in ihrem Buchblog ja dazu bereits umfassend geschrieben. Hier geht es aber mal nicht um das Lesen, sondern um das, was man mit Büchern sonst noch so alles anstellen kann, in kunstvoller Form!

Nein, es geht auch nicht um Bücherregale, die aus Büchern bestehen. Nein, auch nicht um Häuser oder Räume, die aus Büchern bestehen, so wie Tschechien zur Expo 2000 in Hannover seine Besucher durch einen Raum mit drei Meter hohen Wänden aus tausenden von Büchern führte.

Ebenso wenig um Ordnungsystemen, zum Beispiel nach Farben (sowohl die eigene Sortierung zuhause), als auch die Farb-Suche nach Büchern über das Internet, wie es beispielsweise hier möglich ist.

Seitenweise Raumobjekte
Es gibt Leute, die gehen rabiater ans Buch, eher wie Bildhauer, der das Buch zu einer Skultur umformt. Einer dieser »Bildhauer« ist der US-Amerikaner Brian Dettmer, der aus Büchern Objekte schneidet.

In der Ausstellung Slash: Paper Under the Knife, die bis Anfang April 2010 im Museum of Arts and Design in New York zu sehen war, gab es neben Dettmer noch weitere Künstler, die sich mit dem Buch auseinandersetzten: Carole P. Kunstadt (Boston) schnitt einzelne Textelemente aus den Büchern, Ariana Boussard-Reifel (Missoula) ging den entgegensetzten Weg und schnitt für »Between the Lines« alle Wörter weg und beließ die Wortzwischenräume. Der Brite Ben Cowd machte sich Laserschnitt-Technologien zunutze, um die Silhouetten seiner Arbeit »Solar Topographies« zu erzeugen, ebenso der Däne Olafur Eliasson. Dessen Buch »Your House« zeigt feinste Ausschnitte ins Innere eines Hauses, angefertigt hat dieses kunstvolle Buch die Firma Kremo aus Mosbach

Die Britin Su Blackwell lässt bei »Rapunzel« einen ganzen Wald aus ihrem Buch herausgeschnitten aus den Seiten wachsen. Nicholas Galanin aus Alaska schneidet Silhouetten aus Büchern

Buchexponat im Museum – Nicht immer langweilig!
Ein anderes Themenfeld, mit der sich z.B. auch Ausstellungsmacher beschäftigen, ist, wie man ein ganzes Buch ausstellen und nicht nur den Umschlag oder eine Doppelseite (wie so oft) zeigen kann – und zwar so, dass es Spaß macht. In phantasievoller Form lösten dies die Szenografen des Atelier Brückner mit ihrem »begehbaren Buch«, einem ganzen Raum in der Dauerausstellung zu Gartenkunst auf Schloss Dyck.
In der Raummitte befindet sich als wertvollstes Exponat das Buch Alexanders von Humboldt mit Reiseaufzeichnungen zu Südamerika. An den Wänden hängen Faksimiles des kompletten Buches. Seitdem ist die Besuchszeit in diesem Raum wesentlich länger als geplant, denn die Besucher vertiefen sich gerne in die Wände mit den hinterleuchteten Buchseiten und gehen lesend auf Expeditionsreise. 

Ganz England sucht den Hasen aus dem Buch
Ein anderes Buch wiederum brachte seine Leser kreuz und quer durch England: Masquerade von Christopher »Kit« Williams.
Der in Kent geborerene Autor, Illustrator und Künstler fertigte ein wertvolles Amulett an (einen goldenen Hasen) und versteckte diesen »irgendwo in England« geschützt vor Metalldetektoren – und gab in seinem schön illustrierten Buch in Rätselform Hinweise auf den Schatz. Ganz England war auf Schatzsuche, bis der wertvolle Fund entdeckt wurde – die Reise, was man mit Büchern außer Lesen noch so anstellen kann, geht weiter...

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7. April 2010
Skulpturenmuseum Glaskasten Marl – Mehr als Beton
Zunächst Beton, wohin das Auge reicht – dahinter ein Schatz...
Dies vorab: Der viele Beton sollte einen nicht abschrecken.

Auch wenn die Steinmassen zunächst erschrecken (ebenso der Zustand, die zahlreichen geflickten Stellen, das viele Grau), hinter der Fassade des Marler Rathauses ist auch das Skulpturenmuseum Glaskasten, eine Entdeckung!
In nächster Nähe das bekannte Adolf-Grimme Institut – und rundherum im Öffentlichen – man soll es nicht glauben, ganz viel Kunst:

Jede Menge Skulpturen
Mehr als 70 Außenarbeiten von Künstlern von Hans Arp bis Ossip Zadkine stehen rund um das Rathaus und den künstlich angelegten City-See. Insgesamt müssen es mehr als 200 Skulpturen, die benachbarten Parkflächen dazu genommen sein. Einige sind momentan im Depot, der große See am Rathaus wird gerade umgebaut, der lange Winter zeigt auch hier deutliche Spuren, sonst wäre die Baustellenarbeit sicher bereits fertig).

Marl...
Die Stadt Marl, groß und reich geworden durch die Chemiewerke, hat in den 50er Jahren groß gedacht, beauftragte namhafte Architekten (z.B. van den Broek, Bakema und Scharoun). Und bis weit in die 80er Jahre, als das noch Geld da war, wurde dieses mit Sachverstand auch in Skulpturen und Medienkunst investiert – und auch da groß gedacht. Schon lange vor der Gründung des Museums 1982 wurden Skulpturen gesammelt, der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf beginnendem 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Ab 1984 wurde der Marler Video-Kunstpreis vergeben, seit 1998 zusätzlich ein Video-Installations-Preis und seit 2002 in Kooperation mit dem WDR 3 und der Initiative Hören gibt es den Deutsche Klangkunstpreis.

Beton...
Rund um den großen Betonbau des Rathauses in Menge das, was erschreckt: Ein großes leer stehendes Warenhaus, dessen Buchstaben an der Fassade noch erkennen lässt, welche K..stadt es vorher war, ein riesiger Platz, das Wasserbecken (noch) ohne Wasser, lange Wohnbatterien im Corbusier-Stil, trostlos aber mit schickem Straßennamen »Adolf-Grimme-Straße« – das namen gebende Institut liegt etwas schöner, in nächster Nähe. Die Stadt wurde nach dem Krieg auf dem Reißbrett geplant, mehrere Stadtteile und Dörfer zusammengeführt, es gibt kein richtig altes »heimeliges« Zentrum. Und jetzt die prekäre Finanzlage, die das Trostlose verstärkt. Ich denke mal wieder, dass eigentlich viele Kommunen im Ruhrgebiet einen Solidaritätszuschlag bitter nötig hätten. Kommunen, die am Ende sind, denen das Geld fehlt und wo man nun auch an vielen Gebäuden inzwischen sehen kann, wo der Mangel ist.

Habakuk, Zero & Co
Marl ist nicht schön, aber es birgt Schätze, wie beispielsweise den »Glaskasten«, das Skulpturenmuseum, das mit zu den 20 Ruhrkunstmuseen zählt (wie auch Folkwang und Ruhrmuseum in Essen oder das Osthausmuseum in Hagen). Und es gibt Leute, wie beispielsweise den Förderverein »Habakuk«, der diese Schätze mit bewahren will und für den Erhalt kämpft.
Die Exponate im Innern des Museums sind zwar allesamt etwa angestaubt, funktionieren aber größtenteils, und es sind große Namen vertreten: Wilhelm Lehmbruck, Ulrike Rosenbach, Gauguin. Die großen Objekte sind draußen unübersehbar: Die Max Ernst Figur »Habakuk« steht in den Sommermonaten vor dem Museum, daneben ein Serra, etwas weiter Alfred Hrdlicka, Wolf Vostell, Ossip Zadkine, Esther und Jochen Gerz, Ian Hamilton Finlay und Micha Ullman – viele Zero-Künstler sind dabei.
Der Timm Ulrich-Körperabguss im Würfel korrespondiert mit dem Handabguss von Gauguin und einem Bügeleisen Man Rays im gläsernen Innenraum des Museums. Daneben plätschert das Wasser in den Monitoren von Fabrizio Plessi. Auch die sind etwas angestaubt, aber man ahnt den großen Sammlergedanken und Sachverstand.
Im Flur zum Treppenhaus in einer Tür eine kleine Überraschung, und dieser Ort wird viel geputzt, elektronisch: Auf einem Touchscreen fordert eine Multimediaarbeit von 1997 zum Mitmachen auf: Man soll auf den Bildschirm tippen und die entsprechende Stelle wird immer wieder von verschiedenen Personen geputzt, gewischt, auch mal bespuckt – und mit etwas Glück bekommt man als Besucher ein Küsschen. :-)

Local Hero Marl
Marl ist in der Woche ab dem 11. April im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres eine Woche lang Local Hero. Eine Woche lang gibt es zahlreiche Veranstaltungen in der ausgewählten Stadt, in Marl u.a. eine Ausstellung zur Klanglandschaft des Ruhrgebiets mit Arbeiten der Künstlerin Christina Kubisch. Die Klangkünstlerin gehört zu den Pionierinnen in ihrem Bereich. Die ausgebildete Komponistin beschäftigt sich seit langem mit Techniken wie beispielsweise der magnetischen Induktion, die sie künstlerisch weiterentwickelte, seit 1986 in Kombination auch mit Licht.

Soundscape – Klanglandschaft Ruhrgebiet
Im Zuge des gemeinsamen Museenthemas Mapping the Region wird es während der Ausstellung Rundgänge zur akustischen Situation in Marl und Umgebung geben, die sogenannten »electrical walks«. Über Kopfhörer erfährt der Beteiligte ansonsten nicht hörbare Klänge elektromagnetischer Herkunft:
Computerklänge, elektronische Sicherheitssysteme, digitale Übertragungs-technik, Leuchtkörper, Transformatoren usw. Das gesamte Material soll in einer Komposition zusammengefasst werden, die auf ihre eigene Art und Weise ein akustisches Portrait der Ruhrregion bildet. Zentraler Ausstellungsort ist das Marler Kunstmuseum – bereits ein früheres Exponat macht jetzt einen Klangweg möglich: Eine Schaltwand mit Sensoren, durch die man beim Vorübergehen Klänge und Geräusche erzeugen kann.

Christina Kubisch: »WELLENFANG – Elektromagnetische Klanglandschaften im Ruhrgebiet«, Eröffnung am 11. April 2010 um 11 Uhr im Skulpturenmuseum Glaskasten Marl, Ausstellung vom 11.4.–6.6.2010 der Stadt Marl im Skupturenmuseum Glaskasten Marl, Di-So 10-18 Uhr, Mo geschlossen, Eintritt frei (Spenden sind gern gesehen).

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9. Januar 2010
Ruhr 2010 – Kulturhauptstadt Europas
Zusammen mit Istanbul und Pécs ist Essen mit dem Ruhrgebiet Kulturhauptstadt Europas 2010.

Wie entwickelt sich eine Region von einem Industrieraum zu einer Kulturmetropole? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Ruhrgebiet schon seit langem. Mehr Antworten gibt es in diesem besonderen Kulturjahr im Ruhrgebiet. Das 4435 Quadratkilometer große Areal erstreckt sich von Hamm bis zum Kreis Wesel (Breite 116 Kilometer) und von Norden nach Süden über eine Länge von 67 km. (Hilfe für Ortsunkundige: Düsseldorf und Köln gehören NICHT dazu, aber Xanten! :-)
Auf engem Raum ballen sich 120 Theater, 100 Konzertstätten, 200 Museen, große Festivals und über 1.000 Industriedenkmäler. In einem dieser Denkmäler, in der Kokerei auf der Zeche Zollverein fand heute der feierliche Auftakt ins Kulturhauptstadtjahr statt – weiter geht es an diesem verschneiten Wochenende mit einem großen Eröffnungsfest. Über das Jahr finden viele Veranstaltungen statt, aus 2.300 Programm-Vorschlägen wurden 300 Projekte ausgewählt.

Local Heroes
Ab der nächsten Woche wird immer eine Stadt für die Dauer einer Woche besonderer Repräsentant (»Star«) sein, denn das Jahr hat so viele Wochen wie Städte im Ruhrgebiet beteiligt sind. Es geht aber nicht von A (Alpen) bis X (Xanten): Dinslaken macht ab Montag den Anfang der Local Heroes.

Eröffnungsfest
Zum Start das große Fest auf Zollverein, auch mit der Eröffnung des Ruhr Museums, das in der umgebauten Kohlenwäsche auf Zollverein seine neuen Räume bezogen hat. Man wird an diesem Wochenende erste Ausblicke über das reichhaltige Programm bekommen. Besucher, die die Region nicht kennen, wird es sicher etwas überfordern, denn das Revier ist groß, ebenso das Angebot. Einige Programmpunkte und Festivitäten gibt es schon seit einiger Zeit, darunter Orte der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscherpark, besondere Ausstellungen (z.B. Sternstunden des Sonnensystems im Gasometer Oberhausen) und etablierte Festivals. Manches zieht um (wie z.B. Ruhrmuseum, Museum Folkwang und Dortmunder U) und ganz neue Orte werden geöffnet, z.B. eine neu gestaltete Halde und eine neue Artistenschule.

Drei zentrale Ideen
  »Mythos Ruhr begreifen« (Kunst der Erinnerung), bei dem es um kulturelle Identität geht (Ritter und Burgen, die Anfänge der Schwerindustrie, Beginenkultur usw.)

  »Metropole gestalten« knüpft an die bereits genannte IBA, die von 1989-99 durchgeführt wurde mit städtebaulichen Themen an

 »Europa bewegen« (u.a. mit dem Städtepartnerschaftsprojekt TWINS und dem Melez Festival).


Sechs Programmfelder

  »Bilder entdecken«: Das vernetzte Ausstellungsprojekt »Mapping the region« der 20 Museen, dazu 15 Foto-Ausstellungsprojekte

  »Theater wagen«

 »Musik erleben« (die Weiterführung des Projekts »Jedem Kind ein Instrument (JEKI), das Henze- und das !Sing-Projekt (bei dem u.a. eine Säule, in die man singen kann, in den 53 Wochen durch die Städte wandern wird und somit eine »Gesangs-Landkarte« wächst)

  »Sprache erfahren« (Ausgangssituation in der Ruhrmetropole: Hier leben Menschen aus über 170 Nationen, die über 100 Sprachen sprechen dies wird in Literaturprojekten thematisiert)

  »Kreativwirtschaft stärken« (z.B.: das 2010lab als Web-TV-Plattform und zahlreiche Initiativen, Creative Klasse Essen und Ruhr sind z.B. zwei davon, die seit einiger Zeit bereits existieren).

  »Feste Feiern« (eigentlich kein neuer Programmpunkt dieses Kulturhauptstadtjahres, Loveparade, Bochum Total, ExtraSchicht und große Festivals wie z.B. Ruhrfestspiele, Klavierfestival Ruhr, Ruhrtriennale gibt es schon seit Jahren... neues kommen dazu, besonders spektakulär sicher die 400 gelben Ballons der Schachtzeichen (im Mai) und die 60 km lange Tische-Aktion auf der Autobahn A40/B1, die ihrem Ruf, »der längste Parkplatz des Ruhrgebiets« zu sein, endlich gerecht wird, zumindest am 18.Juli von 11 bis 17 Uhr...

Räumliche Struktur von Ruhr.2010
Es gibt von Ost nach West fünf Areale, deren Besucherzentren bilden so genannte Ankerpunkte (in Duisburg, Oberhausen, Essen, Bochum und Dortmund). Diese fünf Areale wiederum werden von fünf Kulturachsen durchzogen (die jeweils von Projekten markiert werden): Ruhr, Hellweg/A40, Emscher/Rhein-Herne-Kanal, A42 und Lippe. > www.ruhr2010.de

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2019 / 18  /17 /16  /15  /14  /13  /12  /11  /10  /09  /08